Mai 2021- MEnschen bei Kipepeo

"Mein Name ist Ben Jose Talimu und ich bin 21 Jahre alt.

Seit ich Unterstützung bekomme hat sich viel verändert.

Mein Traum war es, eines Tages ein professioneller Tourguide in Tansania zu sein.

Kipepeo hilft mir dabei mein Ziel zu erreichen.

Ich möchte Menschen aus der ganzen Welt zeigen, wie schön mein Land ist. Der Toursimus wächst hier stetig und ich bin dankbar dafür einen Teil davon zu sein.

Auch finde ich es toll meinen Mitmenschen und Freunden Tansanias Geschichte weiterzugeben. 

Nawapenda sana Kipepeo - Ich mag Kipepeo sehr"

 

Ben ist Student in unserem Bildungsprogramm und gibt sein Bestes. Oft ruft er seine Mama an, die in unserem Hostel Kiwavi Home arbeitet. Mama Ben kümmert sich um Ben's Geschwister, hilft aber auch mit Gebühren für Essen, Kleidung und besondere Ausflüge für Ben zu bezahlen.  Wir von Kipepeo Family Foundation bezahlt Ben's Schulgeld und Bücher. 

 

Kipepeo-Geschichten

Durch unsere Geschichten möchten wir dir gerne einen Einblick in unseren Alltag gewähren. Mit dir Freude, Leid, Lustiges und Interessantes teilen. Viel spass beim Lesen verschiedener Erlebnisse und Gedanken. 

Elimu - Ausbildung

"Hi, mein Name ist ein Geheimnis :)

Ich liebe meine Mama und gab mein Bestes ihr schon in meiner Kindheit zu helfen obwohl das nicht einfach war. Ich bin das drittgeborene von 10 Kindern und unsere Mama hat uns im Grunde alleine aufgezogen. Ich bin so stolz auf sie. Sie hat stehts ihr Bestes gegeben um uns ihre Liebe zu zeigen und uns fürs Leben das beste das sie konnte gegeben. Schon früh sollte ich die Verantwortung übernehmen die eigentlich meinem Vater gehörte, der aber nie geholfen hat. Es endete damit dass ich bei Freunden wohnte, mich mit anderen Kindern aus dem Slumgebiet vergnügte und anfing, die Schule zu verpassen. Oft wurde das Schulgeld sowieso nicht bezahlt. Ich bekam eine Freundin und weiß nicht, ob das Baby das sie bekam von mir war. Trotzdem wurde ich von der Schule verwiesen, weil mir als ihr Freund die Verantwortung zugetragen wurde, ein Mädchen zu schwängern. Dies ist verboten ist, solange beide die Schule besuchen. Bei einem Streit mit dem Typen, mit dem sie mich meiner Meinung nach betrogen hat, ist das Baby dann auch noch irgendwie gefallen und  gestorben. Zu allem Überfluss war ich so wütend auf eine meiner kleinen Schwestern, dass mir gesagt wurde, wenn ich zu Hause auftauchen würde, würde mich der Dorfvorsteher zur Polizei bringen. 

Mein Verhalten wurde durch mein schwieriges Umfeld, in dem ich aufwuchs, geformt und es schien mich immer tiefer in Schwierigkeiten hineinzuziehen.

Die Kipepeo Family Foundation ist meine letzte Chance, eine Wende zu schaffen und mein Leben zu ändern. Ich will für mich und meine Zukunft selbst verantwortlich sein! Ich habe ihre Hilfe angenommen und besuche jetzt ein Internat, um meine letzten Jahre abzuschließen. Ich bin froh, dass sie für mich gekämpft haben. Sie haben mich nicht aufgegeben auch als alle anderen es taten! Ich möchte an mich selbst glauben, weil sie es auch tun. Ich werde eine gute Zukunft haben!"

-Geheimnisvoller Junge

Bahati - Glück

"Glücklich darf ich mich nennen, dass ich auf ein Internat wechseln durfte. Es verhindert, dass ich schwanger werde,  gibt mir Hoffnung auf eine bessere Zukunft und ich fühle mich als Mädchen und Frau wertvoll, weil ich das Recht habe, zu studieren." 

-Fatuma, Studentin

 

Fakten zu Mädchen wie Fatuma

  • Wenn eine junge Frau schwanger wird, wird sie von der Schule suspendiert. Es ist ihr untersagt, die Ausbildung fortzusetzen.
  • Viele werden dazu angehalten zu Hause zu bleiben und sich um jüngere Geschwister zu kümmern oder nach und vor der Schule für den Haushalt der Familie zu arbeiten.
  • Junge Mädchen, die in armen Verhältnissen aufwachsen, schlafen oft mit verschiedenen Männern, um Geld für ihren Lebensunterhalt zu bekommen.
  • Wenn eine Familie nicht genug Geld hat damit alle Kinder zur Schule gehen können, wird meist der Junge bevorzugt um die Schule zu besuchen und das Mädchen bleibt zu Hause.
  • Einige Stämme glauben, dass es für eine Frau nicht notwendig ist eine Ausbildung zu machen, da sie üblicherweise früh heiraten wird und die Verantwortung trägt für die Kinder und ihren Mann da zu sein. Es ist dort die alleinige Aufgabe des Mannes für die finanzielle Versorgung der Familie zu aufzukommen.

Tabasamu - Smile

Gemeinsam lachen erheitert die Seele. Zwischen all dem Leid tut das richtig gut. Oben auf dem Bild rechts siehst du ein winziges Ei. Als ich fragte wer das denn gelegt habe, antwortete die Mama: Mein Hahn! Und zu meinem erstaunen zeigte sie mir dann die Kartoffeln links im Bild und erklärte mir, die seien bei ihr auf dem Baum gewachsen. Und übrigens: ein Huhn kann keine Eier legen, wenn kein Hahn in der Nähe ist. Ich musste einfach nur lachen und war der Meinung: "warum auch nicht?". Ich als Europäerin weiss ganz sicher nicht alles besser. Ich liebe diese Menschen. :)

Joy, Leiterin KIPEPEO

Erfolgserlebnis

Ndoto - traum

Manchmal sind die Menschen, die wir betreuen echt lustig! Wie diese Familie hier zum Beispiel. Wir haben ihnen ein Haus gebaut und waren so viele Male da um zu helfen. Aber sie haben es keinen einzigen Tag geschafft, alle zusammen anwesend zu sein. Ich sah nie mehr als zwei Familienmitglieder gemeinsam. Und das obwohl wir ihren Lebenstraum verwirklicht haben. Ich werde wohl nie verstehen wie man sowas missen kann. Zum glück weiss ich trotzdem, dass sie dankbar sind für unser Dasein. :)

Zakayo, Mitarbeiter KIPEPEO

Motivierend

Tasiana und Veronica sind beides Mütter, denen wir durch ein Business zur Unabhängigkeit verholfen haben. Sie schenken mir mit ihrer motivierenden und positiven Art im Gegenzug, immer wieder den Glauben an mich selbst und die Kraft weiter Gutes zu tun für noch mehr Familien. Ich bin unendlich stolz auf sie!

Nixon Simba, Leiter KIPEPEO


Hostel-Geschichten

Nimmt es dich wunder wie es ist, Zeit in unserem Hostel KIWAVI HOME zu verbringen? Siehe unten was du erleben könntest.

Schildkröte

...wenn man im KIWAVI HOME auf eine ganz besondere Mitbewohnerin trifft.

Die eigensinnige Miss Polepole, sorgt immer wieder für Freude, wenn sie sich blicken lässt.

 

Das Team erklärte mir, dass sie seit 5 Jahren freiwillig auf dem Gelände wohnt und ihr Name bedeutet "langsam",. Grund dafür ist dass sie sich nie von etwas aus der Ruhe bringen lässt und immerfort in ihrem Tempo ihre Wege geht.

 

Natalie Kaufmann, Gast 

Mensch und Kultur

Wenn du noch nie in Tansania warst werden dir die folgenden Geschichten einen direkten Einblick in das Leben dort gewähren. Auch wenn du schon einmal in diesem Land warst werden dich die eine oder andere Erzählung sicherlich zum schmunzeln bringen.

Regensaison

Eine Sightseeingtour die zum Abenteuer wird.

Im Herbst anlässlich eines Besuches bei unserer Tochter in Tansania machten wir einen Ausflug ins Gebiet Tanga. Auf der Rückreise fing es ununterbrochen an zu regnen. Strassenabschnitte und Brücken wurden überflutet, zum Teil weggerissen oder beschädigt. Bis 60 cm tiefes Wasser durchfuhren wir jeweils in der Hoffnung nicht stecken zu bleiben. Still tauchten wir jeweils ab ins Ungewisse und mit Jubelgeschrei der Erleichterung tauchten wir wieder auf! Stand das Wasser höher oder die Brücke war beschädigt, übten wir uns in Geduld. Beeindruckend staunten wir über die Gelassenheit der Tansanier. Geduldig warteten alle bis das Wasser wieder gesunken war oder eine Lösung für das Problem gefunden wurde. Eilige hievten entschlossen ihr Motorrad oder ihre Grossmutter hoch und trugen sie vom einen Ufer zum anderen. Blieb mal jemand stecken, waren sofort unzählige Helfer zur Stelle. Jede erfolgreiche Durchquerung

wurde Lautstark gefeiert. Für uns war dieses Erlebnis eine grosse Erfahrung. Es tat unglaublich gut einmal die Komfortzone Schweiz

mit dem weiten, kontrastreichen Tansania vertauscht zu haben.

Rolf und Regina Baumann

MAIMORIAL Markt

Das Dala-Dala ist voll, es ist Tansania, also zählt das nicht. Eine helfende Hand, alle rücken zusammen und es geht weiter. Auf dem Memorial Markt ein buntes Gewimmel, Holzstände wohin man sieht, ausgewaschener Lehmboden und der bewegte Rhythmus der Menschen, welche hier ihrem Alltag nachgehen. Verkäufer die Kleidung, Tücher und Bettwäsche anpreisen, konzentriertes Abwägen und Auswählen und dazu der stetige Austausch. Joy  bewegt sich sicher durch das Gewimmel, ich folge ihr und versuche die Eindrücke aufzusaugen und die Faszination des Unbekannten auf mich wirken zu lassen. Wir werden neugierig beäugt, wie überall sind Menschen verschieden. Manche gehen weiter ihrer Tätigkeit nach und beachten uns nicht, andere zeigen Interesse und suchen den Kontakt. Auf der Suche nach Badetüchern und Decken begegnen wir herzlichen, hilfsbereiten Menschen und auch solchen, welchen in uns die Chance sehen, etwas mehr Profit zu machen. Menschen sind Menschen, jeder versucht sich auf seine Art durch-zuschlagen. Sich durch diesen Dschungel zu navigieren braucht Energie und doch wird man mit Begegnungen und Lächeln entschädigt. Joy verhandelte, erzählt und erklärt, ich höre zu, verstehe wenig vom Gesagten und lerne doch viel. Bei einem Teller Früchte und einem Marsala-Tee beobachten wir die Strasse und unterhalten uns über die Menschen und den Umgang untereinander. Wer gibt, wer nimmt, wie viel bestimmt das Erlebte und wie weit kann ein Mensch sein Verhalten und Denken selbst regulieren? Müde, mit vielen Eindrücken im Kopf und einigen Schätzen in der Tasche gehen wir nach Hause, in die kleine Oase inmitten dieser, zumindest für mich, neuen Welt.

Eliane, Reisende